Heveling: Das Urheberrecht ist ein Eckpfeiler des Rechtsstaats (?)

Dem guten Herrn Ansgar Heveling ist nicht mehr zu helfen.

Wer sich ernsthaft mit dem Satz "Das deutsche Urheberrecht ist ein Eckpfeiler des Rechtsstaates und der sozialen Marktwirtschaft" zitieren lässt, der offenbart damit völlige Unkenntnis der Grundlagen des Rechtsstaats, die meiner Meinung nach immer noch von der Gewaltenteilung, dem staatlichen Gewaltmonopol und den Grundrechten (z.B. dem Fernmeldegeheimnis) gebildet werden, und bestimmt nicht vom Urheberrecht. Einem einfachen Gesetz das jederzeit geändert oder abgeschafft werden könnte, genau wie im übrigen in der Regel nötigenfalls auch internationale Abkommen (Trips etc.) gekündigt werden können wenn ein Staat bzw. dessen Volk es will.

Auch eine soziale Marktwirtschaft ist ohne das "deutsche Urheberrecht" in der aktuell gültigen Form denkbar; die Behauptung dass das Urheberrecht ein Grundpfeiler des Rechtsstaats und der sozialen Marktwirtschaft sei ist also völliger Blödsinn.

Ich frage mich: Wie kann, wer das Urheberrecht zum Eckpfeiler des Rechtsstaates erklärt und damit totales Unwissen über die einfachsten Grundlagen unseres Rechtssystems offenbart, überhaupt ein juristisches Staatsexamen bestehen? Hat Herr Heveling in Bayreuth studiert, oder was ist hier schief gelaufen?

Wie auch immer: Solche Leute gehören nicht in die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" des Bundestages, sondern eher in einen Volkshochschulkurs über die Geschichte des Rechtssystems und der Wirtschaft in Europa in den letzten 400 Jahren. Da könnten sie noch etwas lernen, z.B. über den Aufstieg des rückständigen Deutschland zur Wissens- und Industrienation im 19ten Jahrhundert - dank Wissensverbreitung auch vermittels fehlendem Urheberrecht.