LaKo/PPW Ingolstadt/Greding Nachlese

Der LaKo-PPW in Ingolstadt war ... vom Ergebnis her etwas durchwachsen.

Nachdem im LAK Innen und Recht quasi alle Hürden zur Erlanung der deutschen Staatsbürgerschaft zu schleifen beschlossen wurde (der Mehrheit muss man allerdings den festen Glauben - den ich nicht teile - zugestehen, dass alle Menschen die dauerhaft in Deutschland leben wollen hier fleißige und eifrige, verfassungstreue Mitbürger werden werden, wozu Sprachkenntnisse natürlich nicht nötig sind etc.), ist es beinahe beruhigend, dass dieser Beschluss noch über den nächsten LaKo und die FDP und den Bundestag gehen müsste, um realisiert zu werden. Was - mit GOTTES Hilfe, um mal alle laizistischen JuLis richtig zu schocken - nicht passieren wird.

Der LaKo dann war rekordverdächtig, was die Zahl der behandelten Anträge angeht. Doch es gab auch einige Schattenseiten.

Zum Beispiel das Absägen des Antrags "Keine Zulassungsbeschränkung für das Masterstudium" von Michael Weidner.

Man muss sich das vorstellen: Junge Menschen, die die Interessen der jungen Generation vertreten sollten, viele davon Studenten, beschließen, eine Regelung beibehalten zu wollen, zu jungen Menschen Bildungs- und Karrierechancen verbaut.

Ich selbst habe noch auf Diplom studiert. Wenn man annimmt, dass der Bachelor ungefähr die Inhalte eines Grundstudiums umfasst und der Master die Inhalte eines Hauptstudiums, dann muss ich sagen: Die Note im (fachlich breit gefächerten) Grundstudium / Vordiplom / Bachelor lässt überhaupt keine Rückschlüsse auf das Abschneiden im viel spezialisierteren Hauptstudium / Masterstudium zu.
Es ist einfach nur dumm, nur die besten Bachelor-Studenten zum Masterstudiengang zuzulassen, denn auch wer den Bachelor nur knappt schafft könnte im Master-Studium gut ungeahnte Fähigkeiten entfalten.

Diese Möglichkeit wieder zu eröffnen war das Ziel des Antrags von Michael Weidner, und die Jungen Liberalen haben nichts besseres zu tun, als die Abschaffung weitgehend sinnfreier Zulassungsgrenzen abuzulehnen.

Unser Bildungssystem muss offener werden, und nicht mit mehr Hürden versehen.
Chancengerechtigkeit bedeutet für mich, dass man soweit möglich immer eine weitere Chance bekommt, und nicht, dass aufgrund einer Vorbenotung Karrierepfade mit Zwangs-Wartezeiten verbaut und verlängert werden.

Es ist absurd, dass sich einige JuLis so von der wirtschaftsliberalen Leistungs-Rhetorik einwickeln lassen, die besagt, man brauche mehr weniger gut ausgebildete Berufsanfänger, die man billig in der Industrie für niederqualifizierte Aufgabe verheizen kann, dass sie anschließend glauben, die Auftrennung der Hochschulbildung in Bachelor und Master wäre auch in ihrem Interesse, sogar, wenn durch bürokratische und zweifelhafte Zugangsbeschränkungen zum Masterstudium, die effektiv eine Einschränkung der individuellen Freiheit, der Freiheit der Berufswahl etc. bedeuten, die Situation von jungen Menschen in Deutschland gezielt und signifikant verschlechtert wird.

An anderer Stelle wird durch den zweiten Bildungsweg, das Meister-Studium etc. das System durchlässiger gemacht, an dieser Stelle stimmen die JuLis für den Einbau einer zusätzlichen Hürde. Das verstehe ich überhaupt nicht und werde mich beim nächsten LaKo ggf. wieder dafür einsetzen, dass diese groteske Fehlentscheidung des LaKo korrigiert wird.

Auch unschön war die Ablehnung eines Antrags von Martin Sichert, der sich eigentlich nur dafür aussprach, die Bundesregierung möge ab 2012 ausgeglichene Haushalte beschließen.
Zwar war Martin ggf. mit seiner Kampagne für diesen Antrag etwas zu weit gegangen und hatte dadurch Ablehung eher provoziert als Zustimmung generiert, aber der Antrag an sich war nicht falsch.

Die klare Ablehnung von ELENA hingegen war beinahe einstimmig, und der auf dem letzten Landeskongress vom Stadtverband München, bzw. dessen Vorsitzender durchgepeitschte Radikal-Beschluss mit dem Titel "Antidiskriminierungspolitik - auf dem Weg zur Knechtschaft", der zum Ziel hatte jegliche Regelung zur Gleichstellung in Europa restlos auszulöschen, wurde zurückgenommen.
Die Beschlusslage enthält nun einen weitgehend sinngleichen, weitaus weniger zerstörerisch formulierten Antrag des LAK Innen und Recht und zahlreicher Einzelpersonen, der zwar Quoten- und Zwangsmaßnahmen zur Erzwingung und Herbei-Regulierung von Gleichheit eine klare Absage erteilt und somit indirekt die Revidierung einzelner Gleichstellungsbestimmungen fordert, aber nicht jegliche Maßnahme des Staates verbietet, die einen Ausgleich offensichtlicher Schieflagen bei der Gleichstellung zum Ziel hat.

Im übrigen fordere ich auf dem nächsten LaKo die Abschaffung des lächerlichen Singens der Pathos-überladenen Europa-Hymne im Kollektiv, das einer individualistisch-progressiv-freiheitlichen Jugendorganisation wirklich nicht gut zu Gesicht steht.